Jeder kann etwas machen – aber nicht alles alleine

in der Verkündigungskirche in Nazareth

 

am Arbel Nationalpark
am Arbel Nationalpark

Auf vielfachen Wunsch aus der Gruppe „sich ein wenig mehr bewegen zu wollen“ haben wir am morgen unser geplantes Programm leicht geändert. Wir sind auf die nahe gelegene Hochebene des „Arbel Nationalparks“ gefahren und haben dort eine Stunde bei herrlicher Aussicht gewandert.

Anschließend führte uns die Fahrt nach Nazareth, der Stadt wo Jesus in seinen frühen Jahren seine Kindheit verbracht hat. In Nazareth leben ausschließlich palästinensische Israelis, von den fast 80.000 Einwohnern sind 40% Christen und 60% Muslime. Die Stadt ist seit 1948 stark gewachsen, damals lebten nur 15.000 Menschen hier. Bedingt durch die Gründung der rein jüdischen Stadt Nazrat Illit für deren Errichtung 1500 ha der Stadt Nazareth beschlagnahmt wurde. Bei dem derzeitigen Bevölkerungswachstum ist Voraussehbar das in absehbarere Zeit der Platz nicht mehr ausreicht.

 

Nachdem wir zuerst das bekannteste kirchliche Bauwerk in Nazareth die Verkündigungskirche besucht haben,

empfing uns um die Mittagszeit Schwester Klara in der Schule der Salvatorianerinnen. http://www.heilig-land-verein.de/Partner/Schule_Nazareth/schule_nazareth.html

In dieser christlichen Privatschule lernen fast 1500 Kinder aus über 800 Familien von der Vorschulklasse bis zur 12. Abschlussklasse. Die Schule besuchen 85 % christliche und 15 % muslimische Kinder. 100 Lehrer unterrichten Klassen mit 35-40 Kindern.

Mehr als 90 % schließen die Schule erfolgreich ab. Obwohl im Gegensatz zu den staatlichen Schulen ein Schulgeld verlangt wird wird kein Kind wegen Zahlungsproblemen abgewiesen.

die Salvatorianerinnen-Schule
die Salvatorianerinnen-Schule

Am Nachmittag haben wir das frauenpädagogische Zentrum „Al Tufula“ (Kindheit) besucht das 1989 gegründet wurde. Hier können sich palästinensische Frauen aus den Dörfern zu Erzieherinnen ausbilden lassen, nicht nur um einen Beruf, sondern auch um Management zu erlernen und Selbstbewusstsein zu erwerben. In den Ausbildungsplan wurde auch tradiertes Wissen der Frauen aufgenommen. Dadurch sollen die Frauen ihre eigenen Werte, Kenntnisse und Fähigkeiten schätzen lernen.

Wir hatten die Möglichkeit mit Nabila Espanioly zu sprechen. Sie ist Gründerin und Leiterin des Nursries Institutes Es ist eine nicht-profitorientierte ehrenamtliche Frauen-Organisation, die 1984 gegründet wurde.

Nabila Espanioly
Nabila Espanioly

Das erste Projekt war die Gründung einer Kinderkrippe. Das gesellschaftliche Ungleichgewicht sieht Nabila Espanioly durch die Gründung des Institutes positiv verändert. Sie setzt sich mit Ihrer Arbeit und ihrem politischen Engagement für die Menschen ein, die keine Stimme in der Gesellschaft haben. Das Institut klärt über die staatsbürgerlichen Rechte auf und gibt Hilfestellung bei deren Durchsetzung. Die Finanzierung der Projekte ist sehr schwierig, da Israel kein Entwicklungsland ist und deshalb keine Gelder der Entwicklungshilfe zur Verfügung gestellt werden können. Das Institut ist deshalb auf Spenden aus dem Ausland angewiesen. Nabila Espanioly hat für Ihre umfangreichen Friedensaktivitäten 203 den Aachener Friedenspreis verliehen bekommen. http://www.aachener-friedenspreis.de/preistraeger/archiv/jahr-2003.html

Ihre Aktivitäten des Institutes erstrecken sich nicht nur auf die Frauen in Nazareth sondern in Ganz Israel&Palästina. Grundsatz in der beratung ist die Frage: Was können die Frauen und nicht was brauchen sie. „Sie wissen oft garnicht was sie für Fähigkeiten haben. Jeder kann etwas machen – aber nicht alleine alles“ soNabila in Ihrem Schlusswort. Sie forderte die Gruppe auf unseren Beitrag in Deutschland zu leisten in dem wir die deutsche Politik drängen Israel zu einer politischen Kehrtwende zu drängen, denn „Wir chaffen es nicht alleine“

Über Marius S. 370 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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