Kleines Senfkorn Hoffnung

Nun war alles doch ganz einfach…was habe ich mir dieses Mal Gedanken gemacht ob der Passkontrolle. Ich hatte so manches gehört, dass die „Einlasskontrolle“ am Airport in Tel Aviv seit dem 7.Oktober 2023 sehr verstärkt sein soll. Noch gestern wurde gemeldet, dass eine TAZ-Redakteurin nicht einreisen durfte. Angeblich habe sie zum Boykott aufgerufen. Aber es war ganz anders…Seit einigen Jahren muss man sich bei der Ankunft selbst eine Visumsbescheinigung ausdrucken lassen die dann an der Passkontrolle lediglich überprüft wird. Da sich eine riesige Schlange vor der Passkontrolle gebildet hatte, kam ein junger Mann daher und fragte nach den Pässen und der Visumsbescheinigung. Nachdem ich sie ihm gezeigt hatte gab er mir ein Blankoformular und sagte ich soll zum Ausgang gehen. Dort gab ich den Blankoschein ab und war „drin“ in Israel. So einfach puuh.

Genauso schnell war ich am Flughafenbahnhof um den Zug nach Jerusalem zu bekommen, der auch gleich kam. In 25 Minuten erreicht man dann die Stadt. Ein Umstieg in die Straßenbahn und in weiteren 15 Minuten erreiche ich das Damaskus Tor. Dort der Umstieg in einen palästinensischen Bus und weitere 5 Minuten und ich habe die Haltestelle erreicht von der es in 5 Fußminuten zu meinem Quartier geht.

Ich bin wieder wie auch schon die letzten 2 Jahre bei den Brigittinen-Schwestern am Fuße des Ölberges untergebracht. https://www.monasteries.com/de-DE/vendor/bridgettinesisters

Wie alle Gästehäuser in der Region, kommen so gut wie keine Pilgergruppen. So haben auch die Schwestern große Probleme die Unterhaltskosten für das große Gebäude aufzubringen.

Genaue Pläne für die ersten Tage habe ich mir (noch) nicht gemacht, hatte aber die Idee schon heute Abend in der Dormitio-Abtei die Vesper zu besuchen. Hierzu habe ich per WhatApp Kontakt zum Bruder Simeon aufgenommen der mir schnell mitteilte das heute wegen eines ökumenischen Gottesdienstes in der Erlöserkirche in der Altstadt, keine Vesper stattfindet. Anlass dieses Gottesdienstes sei der Tag der deutschen Einheit. Eingeladen haben die evangelische Gem3inde deutscher Sprache und die Dormitio Abtei. Als prominente Gäste waren auch der (neue) deutsche Botschafter in Israel, Alexander Graf Lamsdorff und auch Anke Schlimm, Leiterin des Deutschen Vertretungsbüros in Ramallah. In einer „Neutestamentlichen“ Lesung wurde das Gleichnis vom Senfkorn vorgetragen (Matthäus 13,31-32)

Das kleinste unter den Samenkörnern, wenn es aber gewachsen ist, so ist es ein Baum, in dem die Vögel wohnen können. Die Pfarrerin nahm das Gleichnis auch Hoffnungsträger für die Situation der Palästinenser, so schwer die Situation ist und so klein die Hoffnung, dass sich etwas zum Guten wendet, vielleicht kann das Beispiel des Senfkornes Mut machen. Die Kirche war zu einem Drittel gefüllt, vor allem auch mit Eltern des Schulchores der Schmidtschule. https://schmidtschule.schule

Auf dem Weg zur Erlöserkirche bin ich durch die Altstadt gegangen. In den Hauptgassen haben die Geschäfte zum großen Teil geöffnet, aber es sind ganz wenig Pilgerer zu erkennen, meist sieht man die Palästinenser und wenige Juden.

Wenn ich nun auf meine Gefühle blicke, die mich heute an diesem ersten Tag beschäftigten, dann waren da zuerst meine Gedanken, als ich im Zug vielen Soldaten/Soldatinnen begegnet bin: waren die auch beteiligt am Gaza-Krieg und eben in der Altstadt, die immer wieder fragenden Händler, die letztlich um ein Geschäft mit mir „betteln“

Hoffnung für alle (HFA) Matth. 13, 31-32

„Mit Gottes himmlischem Reich ist es wie mit einem Senfkorn, das ein Mann auf sein Feld sät. Es ist zwar das kleinste von allen Samenkörnern, aber wenn es aufgeht und wächst, wird es größer als andere Sträucher. Ja, es wird zu einem Baum, auf den die Vögel fliegen, um in seinen Zweigen ihre Nester zu bauen.“ 

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Über Marius S. 415 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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