Schabbat Schalom

So wie schon der Freitag hier in Jerusalem ein ganz besonderer Tag ist, so ist es auch mit dem Samstag, der jüdische Schabbat, zumindestens in den jüdischen Vierteln der Stadt. Ich habe dieses besondere Erlebnis schon des öfteren in meinem Blog beschrieben: wie wohltuend sich das Leben in der Stadt ab dem Sonnenuntergang am Freitag bis zum Sonnenuntergang am Samstag verändert. Alles geht hier wesentlich ruhiger. Viele Familien versammeln sich in den städtischen Parks, Paare bummeln, der Autoverkehr kommt im westlichen Teil der Stadt fast zum Erliegen. Kein ÖPNV, kein offenes Lokal, keine Musik ist zu hören.

Wenn sich die Menschen begegnen wünscht man sich freundlich Schabbat Schalom.
Schabbat: Der siebte Wochentag im Judentum, ein Ruhetag, an dem keine Arbeit verrichtet werden soll. Er erinnert an Gottes Ruhetag nach der Schöpfung und an die Befreiung Israels 

Schalom: Ein hebräisches Wort, das „Frieden“, „Wohlbefinden“, „Heil“ oder „Ganzheit“ bedeutet. Es drückt nicht nur die Abwesenheit von Konflikten aus, sondern auch einen Zustand von Harmonie, Sicherheit und Glück 

Diese Ruhe überträgst sich auch direkt auf den Besucher. Angesichts der tatsächlichen Situation hier im Land, kommt bei mir schnell die Frage auf: Warum ist hier eigentlich nicht immer Schabbat?

Heute sah ich auch die ersten Olivenpflücker:innen bei der anstrengenden Arbeit. Habe selbst vor Jahren bei Fatima mal bei der Ernte geholfen. Die Olivenernte ist hier in Palästina ganz etwas besonderes. Da es in den letzten Jahren immer wieder Übergriffe der Siedler gab, hat sich den wöchentlich Blogbeitrag von BiB (Bündnis für Gerechtigkeit zwischen Israel und Palästinensern e.V.) mit der Besonderheit der Olivenernte in Palästina beschäftigt. Wenn ihr mögt, hier ist der Link zum Beitrag https://bip-jetzt.de/blog/

Am Abend dann noch ein kleiner erster Höhepunkt meines bisherigen Aufenthaltes. Nicht nur der erste Teilnahme an der abendlichen Vesper (nach gefühlt sooo langer Zeit) bei den Mönchen auf dem Zion, auch die Einladung von Pater Simeon zu einer kulturellen Veranstaltung im „Diwan“ der Dormitio kam mir sehr gelegen. Peter Münch, lange Zeit Korrespondent der SZ hier in Israel und seine Frau Peterseim haben einen Abend gestaltet, der es in sich hatte: Texte, die Peter Münch auf seinen Reisen verfasst hat untermalt mit schönen Flötenklängen seiner Frau.https://www.herrpeterundfraupeterseim.com Herr Münch konnte sich im Übrigen gut an unsere Mail-Kontakte vor Jahren, im Zusammenhang mit dem Tent of Nations erinnern.

Schön war es auch, das ich (für mich überraschend, da ich ihn in Tabga am See Genezareth vermutete, Pater Elias wieder mal treffen konnte. Leider war am Abend wenig Zeit zum plaudern.

Schön war auch der abendliche Gang durch die Menschenleere Altstadt, hatte ich bisher noch nicht „das Vergnügen

Tageszitat (17. Oktober) aus „Recht ströme wie Wasser“ 

Kontinuierlich und noch schneller als in den Jahren vor dem Besatzungsprozess arbeitet dieser zionistische Staat an der jüdischen Kolonisierung Palästinas weiter – um auch noch die geringste Hoffnung an einen palästinensischen Staat an der Seite von Israel möglich zu machen. Realistisch gesehen sind nur noch ca. 6% des Westbank-Landes unter palästinensischer Kontrolle

Victoria Waltz http://www.watzal.com/Viktoria_Waltz_70.pdf

Über Marius S. 418 Artikel
Seit dem Frühjahr 2012 habe ich die Möglichkeit, mir durch längere Aufenthalte im Westjordanland/Palästina, ein eigenes Bild von der aktuellen Situation im israelisch/palästinensischen Konflikt zu machen. Ich habe in dieser Zeit unter anderem aktiv im international bekannten Friedensprojekt "Tent of Nations" in der Nähe von Bethlehem (2012) und in einem Heim für alte und behinderte Frauen in der Nähe von Ramallah (2013) gearbeitet. Darüber hinaus habe ich seit dem verschiedene Gruppen bei Begegnungsreisen in Israel, Palästina und im Herbst 2015 auch in Jordanien begleitet. In vielen Kontakten mit palästinensischen und israelischen Menschen hatte ich die Möglichkeit, deren Gefühle und Einschätzungen zum Leben und zum Konflikt zu erfahren. Durch diese Erlebnisse und Erfahrungen vor Ort bin ich motiviert worden, mich auch hier in Deutschland für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen Israelis und Palästinenser einzusetzen. Vor diesem Hintergrund habe ich Kontakt mit der Nahost-Kommission von pax christi aufgenommen und bin seit 2013 dort Mitglied.

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