Der zweite Tag unserer Gruppenfahrt war geprägt von sehr unterschiedlichen Erlebnissen rund um das „galiläische Meer“, den See Genezareth. Neben biblischen „Highlights“ gab es auch eine Einsicht in das heutige Leben, aber auch in die geschichtliche Entwicklung der Kibbuzen sowie zum Abend in das klösterliche Leben eines deutschen Benediktiner-Mönches in einem Kloster am Ufer des Sees Genezareth.
Auf Wunsch einer Teilnehmerin starten wir um 8.15 h am Morgen unsere Rundfahrt mit dem kirchlichen Kanon: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ So eingestimmt besuchten wir zunächst die Stelle, wo Jesus seine berühmte Bergpredigt über die acht Seligkeiten verkündigt haben soll. Hier heißt es unter anderem: Selig die Friedfertigen, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden. Gerade dieser Ausspruch berührt mich in diesem Land, aber auch besonders zur jetzigen Zeit in dieser Region, wo wir Luftlinie 100 km von Damaskus, der Hauptstadt des vom Bürgerkrieg so schwer betroffenen Landes Syrien, entfernt sind.

Wie waren nicht alleine….aber immer die ersten

Wir haben anschließend den etwa 21 km langen und 12 km breiten See mit dem Bus umrundet. Wir haben dabei unter anderem Halt gemacht an der Stelle, wo der Jordan den See verlässt um sich auf den Weg ins Tote Meer zu machen und wo sich vor allem viele Amerikaner zum zweiten Mal taufen lassen. Um die Mittagszeit besuchten wir die Ruinen von Kafarnaum, dem Dorf am See, wo Jesus lange Zeit bei Petrus im Hause gelebt haben soll und viele Wunder vollbracht hat.
Nachmittags haben wir einen Besuch im Kibbuz En Gev gemacht. Hier wurden wir von einer Frau, die aus Göttingen stammt, geführt. Sie hat 1979 im Kibbuz ein freiwilliges Jahr gemacht , sich verliebt und ist dann dort geblieben. Heute kann man sagen, dass die sozialistische Idee sich überlebt hat und der Kibbuz lediglich eine wirtschaftliche Gemeinschaft mit sozialem Hintergrund darstellt.

Siedlungshäuser im Kibbuz

Anschließend sind wir mit dem Boot 11 km quer über den See gefahren, wobei der grandiose Anblick der Golanhöhen alle sehr beeindruckte.

Überfahrt über den See Genezareth mit Blick auf die Golanhöhen

Zum Abend waren wir Gast in Taghba, dort soll es zu der wunderbaren Brotvermehrung gekommen sein, wo fünf Brote und zwei Fische eine Menge von 5.000 Männern und außerdem Frauen und Kinder satt machten . „Und sie sammelten von dem übrig gebliebenen Brot zwölf Körbe…“ Hier ist eine herrliche Kirche über der Stelle erbaut, in der ein Bodenmosaik aus dem 4. Jahrhundert wundervoll die vier Brote und zwei Fische darstellt; ein Brot findet sich unter dem Altar.
Wir hatten die Gelegenheit mit Pater Elias, einem Benediktinermönch, zu sprechen, der mit fünf weiteren Mönchen die Pilger und andere Besucher betreut. Abschließend haben wir mit den Mönchen das Abendgebet, die Vesper, gesungen, die am heutigen Festtag des gemeinsamen Propheten aller drei Religionen, des UrVaters Abraham, eine besondere Bedeutung hatte.
Abschließender Kommentar aus Kreuzberg (Rubrik: Glauben und Zweifel):
Interessant ist für mich, dass der Standort von Petrus` Wohnhaus von den griechisch orthodoxen Christen 300m weiter entfernt bestimmt wurde…