Nun bin ich für zwei Tage Gast in Jericho.
Jericho, die Stadt der Palmen, ist eine der ältesten bewohnten Städte der Erde, mit Ausgrabungen an den Tel AI Sultan Ruinen, die bis in die Zeit 10.000 v. Chr. zurückreichen. Die Stadt hat eine Fülle von Wasserquellen und es wird angenommen, dass die F

zentraler Platz in Jericho

zentraler Platz in Jericho

rischwasserquellen am Tel AI-Sultan der Grund für die frühzeitigen Siedlungen in Jericho sind. Ursprünglich hieß die Stadt „Parfüm“ (Yereha), was die Üppigkeit der Region beschreibt. Dies wurde in dem heutigen arabischen Namen „Ariha“ erhalten. Aufgrund seiner Nähe zum Toten Meer, das 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegt, bleibt es in Jericho das ganze Jahr über warm. Jesus Christus lief durch die Straßen Jerichos während seiner vielen Besuche dieser Stadt. Es ist eine beeindruckende Gegend, um Klöster und andere historische Stätten zu erkunden. Für Wanderfreunde bietet Jericho eine Vielzahl an eindrucksvollen Routen. Ein besonders würdevoller Ort in Jericho ist des St. Georgs Kloster. In die Felsschlucht geschlagen überblickt es die Wadi Kelt Schlucht. Dieses griechisch orthodoxe Kloster wurde ursprünglich im fünften Jahrhundert als ein spirituelles Zentrum für Einsiedler errichtet.

 Aus: http://www.eu-asien.de/Palaestina/Touristeninformationen/Jericho.html

Ich war ja schon öfters mal kurz in dieser so alten Stadt. Wenn man

in Jericho sind alle christlichen Kirchen vertreten

in Jericho sind alle christlichen Kirchen vertreten

aber mal was länger Zeit hat – auch wenn es dieses Mal „nur“ zwei Tage/Nächte sind – kommt man der Stadt insgesamt schon um Einiges näher. Waren es bei den Kurzbesuchen eher die Touristen Highlights, so entdeckt man beim dann genauer hingucken schon etwas mehr. So gestern ein schönes Cafe, wo es Spezialitäten aus Nablus, natürlich auch die Knafeh gibt. Sie kam zwar nicht ganz an die von Nablus heran, schmeckte aber auch

Sultanquelle

Sultanquelle

vorzüglich. Oder entdeckt, dass es hier echt viele Radfahrer gibt, die ja sonst in Palästina, auch wegen der extrem bergigen Situation in den meisten Gegenden eher eine Seltenheit sind. Naja, genauer hinschauen möchte man bezüglich der technischen Ausrüstung und Sicherheit zwar nicht, aber es lässt sich doch gut fahren über die meist eben Straßen. Zum Abend bin ich mit einem Bike mal ne Runde durch die Stadt gefahren, ich muss sagen man würde besser mit Helm und vor allem mit einer Warnjacke  ausgerüstet sein.
Man erfährt auch – wie heute morgen im Gespräch mit einemunserer Gastgeber (zur Unterkunft schreibe ich später noch etwas) wie man hier durch den sehr heißen Sommer kommt, wo es zwischen Juni und August auch schon mal Nächte gibt, wo die Temperaturen nicht unter 40 °( gehen.

Seilbahn zum  Mont of Temptation

Seilbahn zum
Mont of Temptation

Zunächst ist es gut zu wissen, dass es hier überwiegend eine trockene Hitze hat, die ja doch eher leichter zu ertragen ist. Aber ansonsten „laufen die Uhren“ in Jericho eben viel langsamer. Alles wird wegen der Hitze gemächlicher gemacht. Morgens wird von 5 bis 9/10 gearbeitet und dann noch ein wenig am späten Nachmittag. Ob die Arbeitsweise allerdings in dennicht so heißen Zeiten umgestellt wird, habe ich jetzt nicht gefragt. Aber ich spüre schon sehr deutlich einen Unterschied zwischen den Menschen z.B. letzte Woche in Araba oder Sanur. Dort war das Straßenleben von viel Aktivitäten, verbunden mit entsprechender Lautstärke geprägt, hier wirkt alles entspannter und ruhiger. Ich denke schon, dass dies mit dem besonderen Klima zu tun hat, was hier üblicherweise herrscht. Heute Nachmittag hat es allerdings mal wieder geregnet, dreier tage in Folge ist hier auch eine große Ausnahme

Heute haben wir uns dann aufgemacht eine weitere Sehenswürdigkeit hier in der Region auf zu suchen. Das St Georg-

georgKloster im Wadi (Tal) Qelt. In der kurzen Beschreibung zu Beginn des heutigen Beitrages ist es ja schon erwähnt. Der ursprüngliche Plan war das gesamte Tal zu durch wandern. Das Georgs-Kloster liegt etwa auf halben Weg. Die hiesigen Experten haben aber abgeraten. Durch die Regenfälle der letzten drei Tage hat es überall Überschwemmungen und auch Gerölllawinen gegeben, die teilweise Wege unpassierbar gemacht haben.. So haben wir uns zunächst entschieden mit einem Taxi zum vielleicht 5 km von Jericho entfernten Kloster zu fahren. Dort hatten wir wegen der vielen Touristen (etwa 5 Busse waren dort) zunächst den „normale“ Empfang der vielen Händler, Eselbesitzer und mehr. „Hallo My

Glockenturm  überm Wadi Qelt

Glockenturm
überm Wadi Qelt

Friend“ You want Coffee or Tea, fresh Orange or Water, Souvenirs….“ Nachdem wir uns da durchgekämpft hatten, hatten wir nach einigen Höhenmetern den ersten Blick : mir viel nur das Wort „Grandios“ es ist fast unbeschreiblich was sich dort unseren Augen bot: eine tiefe Schlucht (Wadi Qelt), auf der gegenüberliegenden Seite wieder (wie in Jericho am Berg der WadiVersuchung) ein Kloster, scheinbar an den Berg geklebt, ein Blick über die Berge bei dem man in der Ferne die Türme des Ölberges sehen konnte, ich bleibe dabei „Grandios“. Wir konnten dann auch einen Blick ins Kloster werfen, mir wurde dort von der orthodoxen Reisegruppe zu viel geküsst, gekniet und bekreuzigt, aber ich respektiere ihre totale Frömmigkeit. Mir kam eher die Frage, was junge Männer für Gründe haben sich in solche einsamen Orte zurück zu ziehen. Ähnliches ging mir auch bei meinem Besuch im Katharinen-Kloster auf dem Sinai vor einigen Jahren durch den Kopf. Es ist etwas total anderes ob ich hier in einem Kloster bin oder zum Beispiel in Meschede oder bei den Benediktinern auf dem Zion in Jerusalem. Leider konnte ich keinen Mönch fragen.

Wir haben uns dann –angesichts der doch schönen Wetterlage-

der Weg war gut markiert

der Weg war gut markiert

entschieden zurück doch den Fußweg am Rande der Wadi-Schlucht zu nehmen. und es war gut so… Etwa eine Stunde gingen wir auf schmalen, aber doch nicht schwierigen und vor allem gut gekennzeichneten Pfaden, bis wir an das Ende der Schucht erreichten und einen schönen Blick auf die doch große Stadt Jericho und das dahinterliegende und durch die jordanischen Berge begrenzte Jordantal nehmen konnten. Nebenbei bemerkt ist dieser Weg vom Georgs-Kloster nach Jericho (in umgekehrter Richtung) der erste Teil des Teilstückes des Abrahamspfades von Jericho nach Nebi Musa. Hierzu kann die Karte auf der Wegebeschreibung eingesehen werden.

am Ende der Schlucht: Blick auf Jericho und das Jordantal

am Ende der Schlucht:
Blick auf Jericho und das Jordantal

Zum Schluss noch etwas zu unserem Gasthaus

das Auberg-Inn vom Garten aus gesehen

das Auberg-Inn vom Garten aus gesehen

Wir haben, wie berichtet, uns ja relativ kurzfristig entschieden hier in Jericho zu übernachten. Unser gestriger Guide Nasser hatte uns dann gestern ein Hostel gezeigt das nicht so ganz unseren Vorstellungen entsprach, recht dunkel in den Räumen und auch die Umgebung, direkt an einem Flüchtlingscamp und außerhalb des Zentrums gelegen, fanden wir nicht ideal. Das Info-Center nannte uns dann ein weiteres Hostel: „Auberg-Inn“. Dieses Haus liegt relativ nahe an dem einen touristischen Highlights von Jericho, dem im Norden der Stadt gelegenen „Berg der Versuchung“ Ein wirklich schönes Haus, von außen und von innen. Zwei freundliche Brüder aus Jerusalem haben dieses Haus vor mehreren Jahren gekauft, renoviert, einen tollen Garten angelegt und seit Anfang diesen Jahres das Gästehaus eröffnet.

Wenn man auf die wirklich inhaltlich und technisch gut gestaltete

gesundes Frühstück in schöner Atmosphäre

gesundes Frühstück in schöner Atmosphäre

Homepage geht, kann man erahnen was wir für ein „Kleinod“ angetroffen haben. Dort seht ihr nicht nur tolle Bilder, sondern könnt durch verschiedene Blogbeiträge erahnen, was die beiden Brüder so alles – neben einer schönen Unterkunft – anbieten. Dort könnt ihr auch einen Filmbeitrag sehen, der die Wanderung einer Gruppe zeigt, die, wie wir heute morgen, vom Georgs-Kloster durch das Wadi Qelt bis nach Jericho gewandert ist..

Wenn ich rückblickend bedenke, welche unterschiedlichen Gegebenheiten sich bei unseren insgesamt 8 Übernachtungen uns gezeigt haben, bei den Gastgebern, den Äußeren und „inneren“ Bedingungen der Unterkunft, wäre das Wort abwechslungsreich eine große Untertreibung