Vom 12. November bis zum 22. November plane ich meinen nächsten Aufenthalt in Israel&Palästina. Eigentlich war zu dieser Zeit eine weitere Begegnungsreise geplant (wie 2015 wollten wir auch einen Abstecher nach Jordanien machen), leider aber konnte die Reise wegen zu geringer Anmeldung nicht durchgeführt werden.

So habe ich mich also entschlossen, die eingeplante Zeit zu „nutzen“ um privat einen weiteren Besuch mit hoffentlich vielfältigen Erlebnissen und Begegnungen durchzuführen.
Seit meiner letzten Reise im April diesen Jahres hat sich die Situation in der Region alles andere als beruhigt. Ich hatte in meinem letzten Beitrag (11. April 2018) von den anhaltenden blutigen Auseinandersetzungen an der Grenze am Gazastreifen berichtet. „Der Große Marsch der Rückkehr“ an der Gaza Grenze geht weiter. Von den Tausenden, die hier seit Ende März 2018 wöchentlich (meist gewaltfrei) demonstrieren, wurden letzte Woche wieder 130 Demonstranten -darunter der Journalist Faqdy Thabet- verwundet. Israel hat mittlerweile angekündigt, dass es einen Null-Toleranz-Plan startet, wonach auch auf Protestierende in einiger Entfernung zur Grenze scharf geschossen werden soll.

Aber auch in der Westbank und in Ostjerusalem gibt es ununterbrochen Anschläge und gewalttätige Auseinandersetzungen mit Toten und Verletzten
Darüber hinaus verfolgt die israelische Regierung weiter eine Politik „der harten Hand“. So wurde im Sommer ein „Nationalitätsgesetz “ beschlossen, das Israel als „Nationalstaat des jüdischen Volkes“ bezeichnet. Hebräisch wird zur einzigen „Amtssprache“ (bisher war es auch die arabische Sprache).

Der arabische Teil der israelischen Bevölkerung (immerhin mehr als 20 %), fühlt sich durch dieses Gesetzt diskriminiert: es wird als„Apartheidsgesetz“ oder Rassistisches Gesetz“ bezeichnet. Darüber hinaus ging die Auseinandersetzung um den Abriss der Beduinensiedlung Chan al Ahmar am Rande der Straße nach Jericho weiter. Das oberste Gericht hatte bereits den Abriss beschlossen, nun soll es doch mit der betroffenen Bevölkerung eine „friedliche und einvernehmliche“ Lösung gefunden werden. Ich hatte bei meinem Besuch im April in dem benachbarten Beduinendorf, von den großen Schwierigkeiten berichten, die alle Beduinengruppen in dieser Gegend haben. Letztlich sind Hintergrund und Auslöser dieser Auseinandersetzungen die illegalen Siedlungen und deren jüdische Bewohner/innen, die sich von den beduinischen Bewohnern „gestört“ fühlen.

Als neue Losung für meinen Blog habe ich eine Aussage der Combatants for Peace („Kämpfer für den Frieden“) vorangestellt. Diese Gruppe ist eine von Israelis und Palästinensern gegründete Graswurzelbewegung, die sich in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten in Form von gewaltlosem Widerstand für eine friedliche Lösung des Nahostkonflikts einsetzt. Viele der Gründungsmitglieder sind Ex-Soldaten aus der israelischen Armee oder ehemalige palästinensische „Paramillitärs“