Tägliches Friedensgebet im Dormitio
(alle Gebete im Internet unter: www.dormitio.net/engagement/friedensarbeit/gebete/index.html)

die Dormitio-Abtei auf dem Zionsberg - nahe den Heiligtümern der anderen großen Religionen: Westmauer/Klagemauer der Juden und der AlAqsa Mosche und dem Felsendom der Muslime


Beten Sie mit uns!
Wenn die Sonne am höchsten steht und der Tag in seiner Mitte angekommen ist, versammeln wir uns zur Sext, dem Mittagsgebet der Mönche, in der Dormitio-Basilika.
Wir schließen diese Gebetszeit jeden Tag mit einem Gebet um Frieden und Versöhnung und laden Sie herzlich ein, mit uns zu beten.
Dieses Gebet ist auch ein Dienst der Stellvertretung für jene, denen in Konflikten und Kriegen die Hoffnung verloren ging und die selbst keine Kraft zum Gebet aufbringen können. Und es ist das Gebet für jene, die in sich einen Konflikt oder Verwundungen tragen.
Es ist auch das Gebet für uns selbst.

Zum Schöpfer von Natur und Mensch,
von Wahrheit und Schönheit bete ich:
Höre meine Stimme,
denn sie ist die Stimme der Opfer aller Kriege
und der Gewalt zwischen Einzelnen und Nationen.
Hör meine Stimme,
denn sie ist die Stimme aller Kinder,
die immer leiden und leiden werden,
wenn Menschen ihr Vertrauen auf Waffen und Krieg setzen!
Höre meine Stimme, wenn ich dich bitte,
in die Herzen aller Menschen die Weisheit des Friedens,
die Macht der Gerechtigkeit
und die Freude der Gemeinschaft zu gießen!
Höre meine Stimme,
denn ich spreche für die Vielen in jedem Land
und in jeder Epoche der Geschichte,
die den Krieg nicht wollen
und bereit sind, den Weg des Friedens zu gehen!
Höre meine Stimme und gewähre die Fähigkeit und Kraft,
dass wir auf Hass mit Liebe,
auf Unrecht mit Hingabe an die Gerechtigkeit,
auf Not mit Anteilnahme,
auf Krieg mit Frieden antworten können!
O Gott, höre meine Stimme
und gewähre der Welt deinen immerwährenden Frieden!
Papst Johannes Paul II. vor dem Friedensdenkmal in Hiroshima am 25. Februar 1981

eine friedliche Oase -der Klostergarten

Herr,
da ist der andere, mit dem ich mich nicht verstehe.
Er gehört Dir, Du hast ihn geschaffen,
Du hast ihn, wenn schon nicht so gewollt,
ihn doch so gelassen, wie er eben ist.
Wenn Du ihn trägst, mein Gott,
will ich ihn auch tragen und ertragen,
wie Du mich trägst und erträgst.
Karl Rahner

Schenke, o Gott, Deiner heiligen Stadt Jerusalem
und der ganzen Welt Deinen Frieden!
Verankere ihn in den Herzen aller Menschen,
denn Dein göttlicher Friede ist der Friede,
den die Welt nicht geben kann.
Dein Frieden befreit alle,
die in den Netzen der körperlichen
oder psychischen Gewalt
als Täter oder Opfer gefangen sind.
Hilflos sehen wir die vielen Formen
der Gewalt und des Unrechts
– von der großen Politik
bis hin zum alltäglichen Miteinander.
Schaffe, o Gott,
unseren großen und kleinen Grenzen Frieden!
Erfülle die Mächtigen mit Deinem Geist der Liebe!
Hilf auch uns,
an Deinem Reich des Friedens mitzuwirken,
indem wir erkennen und tun,
was in unserer Umgebung den Menschen
und der Schöpfung
zum Frieden und Wohlergehen dient!
Darum bitten wir Dich, Du Gott der Liebe und Treue!
Wir loben Dich und danken Dir in Ewigkeit. Amen.
Friedensgebet der Abtei Dormitio B.M.V
Herr,
mach mich zu einem Werkzeug Deines Friedens:
dass ich liebe, wo man hasst.
dass ich verzeihe, wo man beleidigt.
dass ich verbinde, wo Streit ist.
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist.
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht.
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält.
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert.
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt,
wer verzeiht, dem wird verziehen,
und wer stirbt, der erwacht zum Ewigen Leben. Amen.
„Souvenir Normand“ 1912; auch dem hl. Franz von Assisi zugeschrieben

friedliche Oase - der Klostergarten


Der Friede sei mit euch!
In Gottes Namen will ich beginnen:
Mein Herr, wir bitten nicht um etwas,
was Du uns nicht geben könntest.
Gib uns Gelassenheit in einer Zeit,
in der Gewalt und Feindseligkeit regieren.
Gib uns den Frieden, der Du selbst bist,
von dem allein der Friede kommen kann.
Wir bitten um Vergebung,
dass wir uns um Tempel und Kriege bemüht,
aber unsere Menschenbrüder und –schwestern vergessen haben,
und dafür, dass wir Unterschiede machen zwischen Blut und Blut.
Herr, du bist allmächtig, wo wir ohnmächtig sind.
So lösche die Flammen des Hasses in den Herzen!
Auch wenn unsere Stimmen schwach sind,
lass unsere Gefühle nicht absterben!
Wir haben keinen anderen Hafen,
in den wir fliehen können, als Dich allein.
Herr, reihe uns bei jenen ein, die die Geduld leitet,
die Wahrheit und die Gerechtigkeit!
Und behüte, o Herr, dieses Land!
Ja, Herr, behüte dieses Land!
Gebet des muslimischen Lehrers Yahya Hijazi, Jerusalem, bei einem Gebetstreffen am 26. April 2002 in St. Anna, Jerusalem

Friedensoase - der Klostergarten


Gesegnet sollen sein:
im Namen des Friedens, der aus Gott ist,
die Völker aller Rassen, die Menschen und Länder.
Gesegnet sollen sein:
Himmel und Erde, Wolf und Lamm, Falke und Taube,
die ganze Schöpfung.
Gesegnet sollen sein:
Freund und Feind,
damit sie Bruder und Schwester werden.
Gesegnet sollen sein:
Schwarze und Weiße,
Menschen aus Ost und West,
aus dem reichen Norden und dem armen Süden,
damit sie Frieden und Freundschaft schließen ein für alle mal.
Gesegnet sollen sein:
die Unwissenden und die Weisen
und alle, die Gott über sich anerkennen.
Gott segne alle,
und sie sollen Segen sein für die Welt
und für die Menschen unserer Erde.
Der Friede Gottes sei mit uns allen.
Nach Roland Breitenbach

Lasset uns beten um den Frieden unserer Erde,
denn der Friede der Erde ist todkrank:
Die du vom Geist des Friedens gegrüßt wurdest:
Erbitte uns Frieden.
Die du das Wort des Friedens in dich aufnahmst:
Erbitte uns Frieden.
Die du das heil’ge Kind des Friedens zur Welt geboren hast:
Erbitte uns Frieden.
Du Helferin des Allversöhners,
Du Willige des Allverzeihers,
Du Hingegebene an sein ewiges Erbarmen:
Erbitte uns den Frieden.
Um der Angst der Kreaturen willen:
Wir bitten dich um den Frieden.
Um der kleinen Kinder willen, die in der Wiege schlafen:
Wir bitten dich um den Frieden.
Um der Greise willen, die so gern in ihren Betten stürben:
Wir bitten dich um den Frieden.
Du Mutter der Schutzlosen,
Du Feindin der Herzlosen,
Du klarer Stern in allen Wolken der Verwirrung:
Wir bitten dich um den Frieden.
Der dein leeres Grab mit Rosen füllte:
Er schenke dir ein Ostern unsres Friedens.
Der dich mit Flügeln emporriss in die himmlische Verklärung:
Er schenke dir ein Ostern unsres Friedens.
Der dich gekrönt hat mit der Krone unsrer künft’gen Seligkeiten:
Er schenke dir ein Ostern unsres Friedens.
Du Braut des lebendigen Gottes,
Du Mutter des auferstandenen Gottes,
Du Königin im Reich des ewigen Gottes.
Amen. Amen. Ja, es wird geschehen.
Ostern wird es werden für den toten Frieden.
Friede wird es werden um den Frieden dieser armen Welt.
Nach Gertrud von Le Fort, Litanei zur Regina Pacis