Ich bin nun schon wieder knapp vier Wochen in Palästina. Nachdem ich die ersten zwei Wochen mit der Gruppe unterwegs war, dann ein wenig entspannt habe, hatte ich die letzte Woche das Vergnügen mit zwei Berliner Ehepaaren Jerusalem und Umgebung zu erkunden.

Ich hatte mir für meinen Herbstaufenthalt auch vorgenommen, einmal in die Olivenernte hinein „zu schnuppern“. Von diesem Wunsch muss ich wohl (in diesem Jahr) Abschied nehmen. Hintergrund ist, das es insgesamt wenig Oliven gibt dieses Jahr. Das hat dazu geführt das die Ernte bereits abgeschlossen ist. Trotzdem werde ich in einem eigenen Tages-Blog über die diesjährige „Erntekampagne“ berichten.

Da ich aber doch gerne nach all dem Besichtigen und Erkunden etwas ganz Praktisches tun wollte, habe ich mich bei Daher Nasser gemeldet und gefragt ob ich auf dem Weinberg helfen kann. Da es dort ja meistens etwas zu tun gibt hat er meine Anfrage freudig erwidert. Er hat mich heute morgen mit seinem ur-alten roten Mercedes 300 D hier am Gästehaus von Talitha Kumi abgeholt. Gemeinsam sind wir dann wegen des Roadblocks den „Umweg“ über Hussa und Nahalin, zum Weinberg gefahren.

Das Wetter war übrigens heute, wie schon einige Male in den letzten Tagen sehr schlecht (starke Windboen und immer mal wieder einen Regenguss). Hier hat die „Regenzeit“ recht früh begonnen. Den Palästinenser freut es….denn Regenwasser ist hier eine Kostbarkeit und wird dringend benötigt-

Auf dem Weinberg arbeiten derzeit fünf junge Volontäre, drei Deutsche, eine Französin und ein Mädel aus den USA (Seattle). Zwei der Deutschen sind gerade angekommen und werden bis zum Sommer nächsten Jahres bleiben. Sie gehören zu der Gruppe der 23 Volontäre die der Deutsche Verein vom Hl. Land nach Israel und Palästina entsandt hat.

Ich wurde von Daher zum einpflanzen von Mandeln eingeteilt. Ich hatte schwarze Plastiktüten mit Erde zu füllen und in die Erde wurde dann ein gewässerte Mandel (mit der Spitze nach oben!) hinein gesteckt. Nach Aussagen von Daher soll sich nach einigen Wochen schon der erste Spross zeigen. Wenn die Sprösslinge dann eine gewisse Größe haben sollen sie auf dem Gelände des Weinberges eingepflanzt werden. Ich will hoffen das die meisten der 75 eingepflanzten Mandel ein Bäumchen ergeben…

mein "Morgenwerk"

mein „Morgenwerk“

Eine wirklich schöne und befriedigende Arbeit. Auch wenn das Wetter ja alles andere als gut war, aber hier und da kam immer mal ein Sonnenstrahl durch, dann der schöne Blick von 900m Höhe in die Ebene zum Mittelmeer und die Ruhe hier oben. Ich erinnerte mich schnell an meinen ersten Aufenthalt hier auf dem Weinberg, im April 2012.

Der Tag ging schnell vorbei. Mittags gab es – wie hier oben üblich- ein einfaches Mahl, Reis mit Linsen und Salat. Aber es schmeckte vorzüglich, was sicherlich auch der frischen Luft und der Arbeit geschuldet war. Nachmittags durfte ich, wie schon vor zwei Jahren, wieder etwas anstreichen….dieses mal zwar nicht mit grüner farbe (sondern grau) aber Spaß hat es mir trotzdem gemacht.

Da es gegen 17.00 hier Uhr dunkel wird, war also schnell der „Feierabend“ erreicht. Ich muss sagen ich war ganz froh das ich nicht die Nacht – wie noch vor zwei Jahren- auf dem Weinberg verbringen muss. Einmal war es nun zu dieser Jahreszeit wirklich schon kühl und dazu auch feucht und deshalb freute ich mich auch schon auf die warme Dusche im Gästehaus.

ganz ungewöhnliches Foto hier: diesig und grau

ganz ungewöhnliches Foto hier: diesig und grau

Auch wurden am späten Nachmittag, als ich die vielen Hunde sah (sieben) die sich auf dem Gelände des Weinberges derzeit aufhalten, Erinnerungen wach, deren Gebell hat mir in „guten Zusammenspiel“ mit den Muezzins in diesem Tal so manche Nacht „versüsst“.

Morgen will ich etwas zur aktuellen Situation rund um den Weinberg und das Tent of Nations schreiben. Wie den meisten meiner Blog-Leser/innen bekannt, kämpft die Familie Nassar seit nun mehr fast 25 Jahren um ihren Besitz.