Heute Mittag, gegen 11.30, stand ich vor dem kleinen „Pass-Häuschen“ am Airport in Tel Aviv und legte mit etwas „bangem“ Gefühl meinen Reisepass zur Personenkontrolle vor. Was habe ich mir in den letzten Wochen wieder Gedanken wegen der Einreise nach Israel gemacht.  Anfang des Jahres hatte ich von einer jungen Frau gehört, die im Rahmen eines Freiwilligenprogrammes im vergangenen Jahr von September bis November 3 Monate auf dem Weinberg der Familie Nassar gearbeitet hatte. Nachdem ihr 3-Monatsvisum abgelaufen war, ist sie nach Deutschland zurückgeflogen und wollte Anfang Januar 2018 wieder einreisen, um (mit neuem Visum) ihre freiwillige Tätigkeit fortzusetzten. Unter unglaublichen Umständen hat man ihr die Einreise verweigert und sie nach 48 stündiger „Inhaftierung“ nach Deutschland zurück geschickt.

Ich habe die junge Frau telefonisch befragt und den ganzen Vorgang festgehalten.

Hier könnt ihr meine Aufzeichnung lesen

es blüht hier auch im November

Am 3. Oktober wollte eine Reisegruppe der TAZ einreisen. Auch hier gab es massive Schwierigkeiten die der Reiseleiter öffentlich gemacht hat. Ich habe sie als Gastbericht in meinen Blog genommen. Darüber hinaus hatte ich in den letzten Monaten immer wieder davon gehört, das Personen (oft auch bekannte Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft), die in Verbindung mit der BDS-Kampagne gebracht wurden, die Einreise verweigert wurde

die Eintrittskarte für Israel (und Palästina): Das Visum

 

So „vorgestimmt“ rechnete ich also auch bei meiner heutigen Einreise mit dem „Schlimmsten“, eben dass auch ich an der Einreise gehindert werden könnte.

Aber es kam   (wie erfreulich) ganz anders. Nach knapp 2 Minuten bekam ich mein Visum und konnte (frohgestimmt) zum Gepäckband gehen und nach Israel einreisen.

 

 

Wie üblich, wenn ich hier alleine reise, fahre ich mit einem Kleinbus die knapp 50 Kilometer vom Flughafen nach Jerusalem. Die ersten beiden Nächte verbringe ich dieses Mal im Gästehaus „Beit Josef“ der Dormitio Abtei auf dem Zionsberg am Rande der Altstadt. Ich wurde von Pater Elias, von dem ich in diesem Blog bereits mehrfach berichtet habe, freundlich Willkommen geheißen.

der Kölner Gereonskirche nach empfunden: die Dormitio-Abtei

Am Nachmittag bin ich bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen ein wenig „um den Block“ gegangen, will heißen: ich habe die Altstadt „umkreist“. Das erste was mir auffiel: Massen von Touristen (Pilgerer) waren unterwegs. Wenn man überlegt, das wir Mitte November haben und die „Hochsaison“ schon im Oktober ist, wirklich erstaunlich welch Andrang hier noch herrscht. Wenn man sich die (oft großen) Gruppen so ein wenig näher anschaut, bekommt man schon etwas Mitleid. Sie werden von ihren Guides scheinbar von einem Highlight zum nächsten geführt und mit Infos (heute oft mit Knopf im Ohr) „abgefüllt“. Ich frage mich da schon, was bleibt eigentlich hängen, wo findet eine tatsächliche Berührung mit den besonderen Stätten, statt. Man hat den Eindruck, dass auch hier – wie halt oft im Leben, bei vielen Gruppen konsumieren hoch im Kurs ist, es wird (scheinbar)“ jede Sehenswürdigkeit mit einem Selfie „abgehakt“.

Das läuft aber bei meiner Reise anders…:-)

viele Menschen in engen Gassen der Altstadt